KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Streit um Öffnungszeiten im Handel

Gerade im Handel arbeiten immer mehr unfreiwillig in Teilzeit oder sind überhaupt nur geringfügig beschäftigt. So haben Angestellte wieder Gelegenheit der Geschäftsführung Geschenke zu machen. Von Barbara Kundi

Die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern, die langen Öffnungszeiten bringen doch nicht die erträumten massigen Umsatzsteigerungen. In den Berichten des Arbeitsmarktservice wird deprimiert festgestellt, dass die hochgepriesene Liberalisierung der Öffnungszeiten sich am Arbeitsmarkt kaum positiv auswirkt, sondern dass sich eher der Trend zu geringfügig Beschäftigungen und Teilzeitarbeit verstärkt. Und die Angestellten haben sowieso schon längst die Nase voll, weil für wenig im Börsel immer mehr verlangt wird.

Denn Liberalisierung und stattfindende Preisschlacht wird hauptsächlich auf den Rücken der Angestellten - 80 Prozent sind Frauen - ausgetragen. Bis heute hat sich großteils nichts daran geändert, dass die meisten Handelsangestellten vor und nach Arbeitsbeginn mindestens eine halbe Stunde umsonst arbeiten. Natürlich wird das von den Firmenlei-tungen abgestritten. Sie pochen darauf, dass genaue Arbeitsaufzeichnungen geführt werden, die die MitarbeiterInnen unterschreiben müssen. Das grenzt an Zynismus. Denn welche Frau, die auf den Job angewiesen ist, wird da nicht unterschreiben? Und natürlich werden diese hochgelobten Aufzeichnungen nur während der Öffnungszeiten geführt. Dazu kommt, dass grundsätzlich gerade am Personal gespart wird. Sei es bei der Anzahl der Angestellten, der Wochenarbeitszeit oder beim Gehalt. Immer mehr arbeiten gerade im Handel unfreiwillig Teilzeit oder sind überhaupt nur geringfügig beschäftigt. Und so haben Angestellte wieder Ge-legenheit der Geschäfts-führung Geschenke zu machen. Beim Ausverkauf, während dem Weihnachts-geschäft, oder schlicht, wenn eine Kollegin krank wird, müssen andere mehr Stunden arbeiten. Diese Mehrstunden werden in der Regel nicht ausgezahlt, sondern in Zeitaus- gleich abgegolten. Wann aber ist es möglich, diesen Zeitausgleich zu konsumieren? Na eben.

Neben dem steigenden Druck, den schlechten Arbeitsbedingungen und niedriger Entlohnung kommt noch für die meisten das Gfrett mit dem öffentlichen Verkehr. In der Früh und nach Ladenschluss fahren die Öffis in den Ballungszentren in größeren Interval-len und am Land ist es oft Glücksache, wenn frau Öffis in Anspruch nehmen kann. Gute Forderungen für Verbesserungen von Arbeits- und Rahmenbedingungen sind schon lange beschlossen, sie müssen nur wieder aus den Regalen und Schubladen hervorgeholt werden! ÖGB und Arbeiterkammern sind mehr denn je gefordert, ihren Aufgaben gerecht zu werden.

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