KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Memorandum des Bundesvorstands der KPÖ zum Kominformkonflikt 1948 anläßlich des 50. Jahrestages des Bukarester Beschlusses der kommunistischen und Arbeiterparteien.

Die slowenische antifaschistische Befreiungsfront war in Kärnten die breiteste bewaffnete Widerstandsbewegung und -Organisation gegen die Naziherrschaft. Ihre Existenz, an die 1.000 Gefallene und Opfer aus ihren Reihen dienten nach 1945 bei den Verhandlungen um die Wiedererstehung Österreichs genauso als Beleg für den von den Alliierten geforderten eigenständigen Beitrag Österreichs zu seiner Befreiung wie der Widerstandkampf und die Opfer der österreichischen Kommunisten und Kommunistinnen sowie Angehöriger anderer Parteien und Weltanschauungen.

Basis für die Entwicklung der slowenischen Befreiungsfront in Kärnten war die Verbindung des seit Jahrzehnten existierenden slowenischen Netzwerks im ländlichen Gebiet mit der unter der Führung der jugoslawischen bzw. slowenischen KommunistInnen sich herausbildenden Befreiungsfront im okkupierten Jugoslawien. Die von der KPÖ inspirierte, geleitete oder mit ihr im Zusammenhang stehende Widerstandsbewegung stand zur slowenischen Befreiungsfront in einem engen Naheverhältnis, was unter anderem auch in der Gründung der Österreichischen Freiheitsbataillone in Slowenien zum Ausdruck kam.

Sieht man von den sozial-emanzipatorischen Implikationen der slowenischen OF ab, verstand sie sich genauso wie die KPÖ-dominierte Widerstandsbewegung auch als nationale Befreiungsbewegung, allerdings aufgrund der historischen Erfahrungen mit dem deutschösterre­ichischen Nationalismus als slowenische. Sie orientierte sich auf die Herstellung der eigenen (slowenischen) nationalen Souveränität im Rahmen des neuen sozialistischen Jugoslawiens, d. h., für einen neuen Grenzverlauf im Süden Österreichs, und fand dabei Unterstützung in einem relevanten Teil der slowenischen Bevölkerung.

Obwohl diese Orientierung im Widerspruch stand zu jener der KPÖ, die sich als österreichisch-patriotische Partei verstand und mit dem Hinweis auf die Moskauer Deklaration nach Kriegsende auch gegenüber der Führung der KPJ jede Grenzänderung ablehnte, stand sie nach Kriegsende einer Eingliederung Kämtner slowenischer Kommunistinnen und Kommunisten in die KPÖ nicht im Wege. Das Engagement der slowenischen Mitglieder für einen Anschluß Südkärntens in Jugoslawien wurde von seiten der KPÖ-Führung nicht gebilligt, aber stillschweigend geduldet. Auf diese Weise wurde der Widerspruch in den nationalen Orientierungen zwar eingedämmt, jedoch nicht aufgehoben.

Mit der Bukarester Resolution des Informationsbüros der kommunistischen und Arbeiterparteien vom 18. Juni 1948, die den Führungsanspruch der sowjetischen Parteiführung gegenüber der jugoslawischen Partei- und Staatsführung durchsetzen sollte, in deren Folge die KPJ aus der kommunistischen Gemeinschaft exkommuniziert und ihre Mitgliedschaft zum Widerstand gegen die eigene Führung aufgefordert wurde, änderte sich die Situation grundlegend.

Die Sowjetunion und ihre Verbündeten kündigten unter Rechtsbruch alle vertraglichen Bindungen auf, brachen die diplomatischen Beziehungen ab, verhängten über Jugoslawien einen politischen und wirtschaftlichen Boykott. Die Kominformparteien starteten eine Kampagne zur politischen und ideologischen Verunglimpfung Titos und der KPJ. In den europäischen Ländern des sowjetischen Einflußbereiches zog der Antititoismus jahrelang eine blutige Spur.

Obwohl die KPÖ kein Mitglied des Kominformbüros war, unterstützte sie die Resolution. Sie erhob in Kärnten den Führungsanspruch über die slowenische Befreiungsfront und forderte von den slowenischen Mitgliedern, sich auf den Boden der Resolution zu stellen. Ihr überwiegender Teil weigerte sich, viele wurden ausgeschlossen, hunderte traten von selbst aus. Das war nicht nur ein gewaltiger Aderlaß für die Landesorganisation, eine existenzielle Enttäuschung für viele, die im aktiven Widerstand gegen den Faschismus zu Kommunistlnnen geworden waren, sondern gleichzeitig auch ein großer Rückschlag für die Linke in der slowenischen Bevölkerung und ein Verlust für die fortschrittliche Bewegung in Kärnten und Österreich. Mehr noch: die darauf folgende Polemik der KPÖ wurde derart aggressiv und diffamierend (»Titofaschisten«, »Agenten des Imperialismus«, »Verräter«) geführt, daß die Beziehung zur slowenischen Linken auf Jahre hinaus vergiftet wurde und ihre Folgen bis in die Gegenwart zu spüren sind.

Die Resolution des Kominformbüros und ihre kritiklose Unterstützung durch die damalige Führung der KPÖ wurde somit zunächst Anlaß für eine nationale Spaltung innerhalb der kommunistischen Bewegung und anschließend für eine Ausgrenzung des slowenischen Teils aus der KPÖ. Der aufgrund konkreter geschichtlicher Umstände innerhalb der KPÖ wirkende Widerspruch zwischen österreichischer und slowenischer nationaler Orientierung konnte nicht produktiv gelöst werden, sondern wirkte sich zerstörerisch und demoralisierend für beide Konfliktpartner au­s.

Die schrittweise Verbesserung der Beziehungen zur KPJ bzw. zum BdK Jugoslawiens und Sloweniens nach 1953 war nicht mit einer parteioffiziellen Selbstkritik in Hinblick auf den Umgang mit den ehemaligen slowenischen Migliedern der KPÖ verbunden. Es kann auch heute nicht darum gehen, das sowjetische Sozialismusmodell zugunsten des jugoslawischen zu verdammen und umgekehrt – beide sind gescheitert. Worum es geht, ist eine Klarstellung bezüglich innerparteilicher Vorgänge in der KPÖ.

Ein Fehler der damaligen Führung der KPÖ – aus der damaligen Situation in der kommunistischen Bewegung erklärbar – war, daß Erkenntnisse aus dem Kominformkonflikt pateiintern weder gründlich vertieft und verallgemeinert noch öffentlich breit und wirksam vertreten worden sind.

Der Bundesvorstand der KPÖ bedauert die Haltung der damaligen Führung. Er spricht allen jenen slowenisch sprechenden Antifaschisten und Antifaschistinnen und ihren Angehörigen, die sich von den gehässigen Tönen der Kominform-Polemik nicht beirren ließen und ungeachtet der Ausgrenzung durch die KPÖ-Führung auch weiterhin für Völkerfreundschaft, nationale Gleichberechtigung und sozialen gesellschaftlichen Forschritt tätig waren und sind, seine Anerkennung und Hochachtung aus.

Beschlossen vom Bundesvorstand der KPÖ am 50. Jahrestag der Bukarester Resolution des Informbüros; anlässlich des Empfanges für Angehörige der slowenischen antifaschistischen Widerstandsge­neration am 18. Dezember 1999 in Klagenfurt vom Bundesvorsitzenden Walter Baier dem Obmann des Verbands der Kärntner PartisanInnen Peter Kuchar und dem stellvertretenden Obmann Lipej Kolenik überreicht. Drei Tage danach vom Landesvorstand des Verbands der Kärntner PartisanInnen einstimmig gebilligt und zur Kenntnis genommen.

Memorandum zveznega predsedstva Komunistične stranke Avstrije o kominformovskem sporu leta 1948/49

Slovenska protifašistična Osvobodilna fronta je bila najširše oboroženo odporniško gibanje in združenje proti nacistični oblasti na Koroškem. Okrog 1.000 padlih in žrtev iz njenih vrst je po letu 1945 pri pogajanjih za obnovo Avstrije prav tako služilo kot dokaz za lastni doprinos Avstrije k svoji osvoboditvi, ki so ga zahtevali zavezniki, kakor žrtve avstrijskih komunistov in komunistk ter pripadnikov drugih strank in svetovnih nazorov.

Osnova za razvoj slovenske Osvobodilne fronte na Koroškem je bila povezava slovenske organizacijske mreže na podeželju z Osvobodilno fronto v okupirani Jugoslaviji, ki se je začela oblikovati pod vodstvom jugoslovanskih oziroma slovenskih komunistov in komunistk. Avstrijsko odporniško gibanje, ki ga je inspirirala in vodila KPA ali pa je bilo pod njenim vplivom, je bilo s slovensko osvobodilno fronto tesno povezano; to se je med drugim pokazalo tudi v ustanovitvi Avstrijskih osvobodilnih bataljonov v Sloveniji.

Slovenska OF je imela tudi socialne cilje, sicer pa je bila prav tako kot avstrijski odpor – vsaj tisti, ki ga je usmerjala KPA – narodno osvobodilno gibanje, z ozirom na zgodovinske izkušnje z nemškoavstrijskim nacionalizmom slovensko, se pravi, usmerjeno v lastno nacionalno suverenost v okviru nove socialistične Jugoslavije. To pomeni, da se je zavzemala za novo južno mejo Avstrije. Pri tem jo je podprl bistven del slovenskega prebivalstva.

Čeprav je bil ta cilj v nasprotju s cilji KPA, ki se je imela za avstrijsko patriotsko stranko in je po vojni – sklicujoč se na Moskovsko deklaracijo – odklanjala vsako spremembo meje tudi v svojih stikih s KPJ, so se po koncu vojne slovenski komunisti včlanjevali v KPA. Prizadevanja slovenskih članov za priključitev južne Koroške k Jugoslaviji vodstvo KPA ni odobravalo, pač pa ga je molče toleriralo. Tako so sicer omejili nasprotja v nacionalnih orientacijah, niso jih pa odstranili.

Z bukareško resolucijo Informbiroja komunističnih in delavskih strank 18. junija 1948 se je situacija bistveno spremenila: Zahteva po vodilni vlogi sovjetskega vodstva v jugoslovanskem partijskem in državnem vodstvu je imela za posledico ekskomunikacijo KPJ iz komunistične skupnosti, njeno članstvo pa so pozvali, naj se upre lastnemu vodstvu.

Sovjetska zveza in njeni zavezniki so kršili pravno veljavne dogovore in ukinili vse pogodbeno urejene zveze ter diplomatske stike in razglasili politični in gospodarski bojkot Jugoslavije. Kominformovske stranke so zagnale kampanjo političnega in ideološkega blatenja Tita in KPJ. V evropskih državah pod sovjetskim vplivom se je pojavila krvava sled protititoizma.

KPA je podpirala resolucijo, čeprav ni bila članica kominformbiroja. Na Koroškem je zahtevala vodilno vlogo tudi v slovenski Osvobodilni fronti, od svojih slovenskih članov pa je zahtevala, naj podprejo resolucijo. Večina temu ni sledila, mnogo članov je bilo izključenih, več sto jih je izstopilo. To ni bila le velika izguba za deželno organizacijo, bivanjsko razočaranje za mnoge, ki so v aktivnem odporu proti fašizmu postali komunisti, temveč hkrati tudi velik udarec za levico med slovenskim prebivalstvom ter izguba za napredno gibanje na Koroškem in v Avstriji. Še več: temu je sledila agresivna in obrekovalna polemika KPA (»titofašisti«, »agenti imperializma«, »izdajalci«), ki je zastrupila odnose do slovenske levice za desetletja vse do novejših dni.

Resolucija Kominformbiroja in njena brezpogojna podpora s strani tedanjega vodstva KPA je bila najprej povod za nacionalni razcep znotraj komunističnega gibanja, nato pa za izključevanje slovenskega dela iz KPA. Protislovja med avstrijsko in slovensko nacionalno orientacijo, ki je obstajalo znotraj KPA, niso rešili produktivno, temveč je delovalo uničevalno in demoralizirajoče za oba konfliktna partnerja.

Postopno poboljšanje stikov do KPJ oziroma do ZK Jugoslavije in Slovenije po letu 1953 ni bilo povezano z javno samokritiko glede na ravnanje z nekdanjimi slovenskimi člani KPA. Tudi danes ne gre za to, da bi obsodili sovjetski model socializma in pohvalili jugoslovanskega ali obratno, saj sta oba propadla. Gre za razjasnitev notranjih dogajanj v KPA. Ena izmed napak tedanjega vodstva KPA – razložljiva iz tedanje situacije komunističnega gibanja – je bila vsekakor tudi v tem, da spoznanj iz kominformovskega konflikta znotraj stranke ni temeljito poglobilo in posplošilo ter jih tudi ni zastopalo učinkovito v širši javnosti.

Zvezno predsedstvo KPA obžaluje stališče tedanjega vodstva. Vsem tistim slovensko govorečim antifašistom in antifašistkam ter njihovim družinskim članom, ki jih sovražna kominformovska polemika in izključevanje s strani vodstva KPA ni odvrnila od dela za prijateljstvo med narodi, narodno enakopravnost in socialni družbeni napredek, izreka svoje priznanje in spoštovanje.

Sklenjeno ob 50. obletnici bukareškega sklepa Komunističnega informacijskega biroja in na sprejemu predsednika zveznega vodstva KPA za pripadnike borčevske generacije koroških Slovencev in Slovenk 18. decembra 1999 v Celovcu predano predsedniku Zveze koroških partizanov Petru Kucharju in podpredsedniku Lipeju Koleniku. Tri dni navrh je vodstvo ZKP memorandum soglasno sprejelo.

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