KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Das Leben der Ungeborenen liegt denen am meisten am Herzen,
die über das Geborene verfügen wollen!


Frau G., Alleinerzieherin zweier schulpflichtiger Kinder. Teilzeitjob,
verfügbares Monatseinkommen mit Kinderbeihilfe 12.000,_ ist schwanger
und entscheidet sich für den Abbruch. Das öffentliche Krankenhaus
in ihrer Nähe nimmt keine Schwangerschaftsunterbrechungen vor, nach
Wien kann sie wegen der Kinder nicht fahren. Sie bekommt die Adresse
eines Arztes, der 10.000,_ verlangt. Frau G. verfügt über keinerlei
Geldreserven und nimmt einen Kredit auf, den sie für 2 Jahre
abbezahlen wird.


Die Verwirklichung des Rechts auf Selbstbestimmung erfordert
Durchführungsbestimmungen!

Denn:


Sie marschieren wieder !

Nach knapp 25 Jahren Fristenlösung ist deren Durchführung immer noch nicht
ausreichend abgesichert.


Zum zweiten Mal startete die aus den USA finanzierte Organisation Pro
Life eine sommerliche Großoffensive gegen die Abtreibung. Quer durch
Österreich wurde ein internationaler Protestmarsch bis nach Wien geführt.
Einmal in der Woche stehen AktivistInnen mit Plastikföten
vor dem Ambulatorium am Fleischmarkt, fast täglich Rosenkranz betende
Frauen.


Schönborn, Küng und Laun sondern entbehrliche Sprechblasen ab, die nur von
ihren eigenen innerkirchlichen Problemen ablenken sollen.


Hand in Hand mit konservativsten Familienideologien, der regelrechten
Bestrafung von Alleinerzieherinnen durch jedes Sparpaket, der Verdrängung
von Frauen aus Vollzeiterwerbsarbeitsplätzen sind diese neuerlichen
Angriffe auf die Fristenlösung ein weiterer - hoffentlich hilfloser -
Versuch eines massiven Rückschlags gegen Frauenrechte. Nun ist der Konsens
über das Gesetz in Österreich (noch!) nicht gefährdet. Aber die Militanz
dieser Gruppe hat in den USA schon zu Morden an Ärztinnen geführt, täglich
werden Frauen vor dem Ambulatorium belästigt, aufwendige Plakat_ und
Inseratenkampagnen sollen Frauen wieder einmal kriminalisieren.




Das lassen wir uns nicht mehr gefallen!

Die Fristenlösung ist nach wie vor im Strafgesetzbuch verankert und zielt
ausschließlich auf den Schutz des Embryos; der Gesetzgeber macht Frauen
damit zum Gebärobjekt. Dennoch hat sich die Fristenlösung in der Praxis
auch für die Frauen bewährt und stößt auf breite Akzeptanz in der
Bevölkerung (siehe Gallup-Umfrage der "Presse": rund 3/4 der
ÖsterreicherInnen bejahen die Fristenlösung - Presse vom 28.1.1999; 64 %
lehnen eine Verschärfung ab: siehe STANDARD 23./24.1.1999, Umfrage des
Linzer "market"-Instituts)


Es darf daher kein Zurück hinter diese Lösung geben, wohl aber ein
Vorwärts:


Der Schwangerschaftsabbruch ist Teil des Rechts aller Frauen, über sich
und ihren Körper zu bestimmen. Die Frauen müssen sich die Ausübung dieses
Rechts aber auch leisten können: Wir fordern daher ab sofort die
Möglichkeit der Kostenübernahme des Schwangerschaftsabbruchs durch einen
Fonds für Frauen unter einer bestimmten Einkommensgrenze. Außerdem fordern
wir für alle Frauen in Zukunft:


Abtreibung in allen öffentlichen Spitälern auf Krankenschein!
Verhütungsmittel auf Krankenschein!
Verhütung für Männer durch Abbinden der Samenleiter auf Krankenschein!


Es geht nicht um Kinder, Küche, Kirche,
es geht um Karriere, Kohle, Konzerne!!!



Diesen Aufruf unterstützen folgende Frauennetzpartnerinnen:
Frauenparlament, Frauenstammtisch 7-Stern, Grüne Frauen Wien,
KPÖ-Frauenreferat, Verein österreichischer Juristinnen, Frauen der
Bewegung Rotes Wien, Frauen des Gewerkschaftlichen Linksblock,
Unabhängiges Frauenforum, Bunte Buehne, Verein Frauenhetz, Anuschka
Samsinger, u.v.a.

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