KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Die Waffen nieder!

Vor 100 Jahren, am 1. Dezember 1905, wurde der österreichischen Pazifistin Bertha von Suttner der Friedensnobelpreis verliehen.

Jahrzehntelang zierte ihr Porträt den Tausend-Schilling-Schein und seit einiger Zeit die österreichische Zwei-Euro-Münze. Somit war und ist Bertha von Suttner bildlich dem öffentlichen Gedächtnis anvertraut, was von ihrem Lebensziel, den Frieden unumkehrbar zu machen, leider nicht gesagt werden kann. Zwei fürchterliche Weltkriege prägten die vergangenen 100 Jahre, das ausklingende Jahrtausend wurde mit einem Krieg auf europäischem Boden „gekrönt“ - einem Angriffskrieg des westlichen Verteidigungsbündnisses ohne UNO-Mandat auf den souveränen Staat Jugoslawien.

Bis heute rollt die Kriegsmaschinerie. Mit großen Worten und dürftigen Beweisen stimmte George W. Bush sein Land und seine Verbündeten auf einen Waffengang gegen den Irak ein. Der „Kreuzzug gegen die Achse des Bösen beherrscht die Welt und bringt den Rüstungskonzernen gigantische Profite.

Im „Namen der Menschenrechte“ kann heute jeder Waffengang gerechtfertigt und jedes Land ausgeplündert werden. Der aggressive Neoliberalismus hat ein Klima geschaffen, das Verliererangst provoziert - Angst vor Angriff, Angst vor Versagen und Armut, Angst vor Flüchtlingen. Der Neoliberalismus selbst ist Kriegsideologie – nur die Stärksten kommen durch. Das Leben selbst ist zur „war zone“ geworden und muss umfassend überwacht werden.

Das neutrale Österreich bewegt sein Bundesheer Richtung EU-Kampfeinsätze, neu eintretende Berufssoldaten sollen zum Auslandseinsatz verpflichtet werden. Verletzung der Neutralität aber auch durch geheime CIA-Überflüge. Den USA wird vorgeworfen, in Europa geheime Gefängnisse für Terrorverdächtige zu unterhalten. „Die Geschichte wird eine Kette von Greueln bleiben, solange der Kulturmensch nicht erkennt, dass für keinerlei Zwecke ein Mittel angewendet werden darf, das weniger rein ist als der Zweck.“ (Bertha von Suttner, Marthas Kinder)

Der 100. Jahrestag der Verleihung des Friedensnobelpreises an Bertha von Suttner ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, nicht nur dieser außergewöhnlichen Frau in angemessener Weise zu gedenken, sondern dieses Jubiläum auch zum Anlass zu nehmen, ihre Anliegen aufzugreifen. Sie war die erste Frau, die den Friedensnobelpreis erhalten hat. Und da sie auch diejenige war, die Alfred Nobel davon überzeugt hatte, einen Teil seines Vermögens für Friedenstätigkeiten und insbesondere für diesen Friedenspreis zu stiften, sollte ihre Bedeutung für den Friedensnobelpreis gewürdigt und hervorgehoben werden. Dieses Jubiläum bietet Gelegenheiten, die Arbeit Bertha von Suttners allgemein bekannt zu machen und auf die Friedensarbeit, die weltweit heute auch von Frauen geleistet wird, hinzuweisen. Bertha von Suttners mutiges Engagement zu einer Zeit, als jegliche öffentliche Einmischung von Frauen verpönt war, soll und kann für unsere gegenwärtige Beteiligung an der Friedensarbeit Vorbild sein. Viele ihrer Schriften, sowie das Motto ihres berühmtesten Romans "Die Waffen nieder!" sind heute ebenso aktuell wie damals.

„Merkwürdig, wie blind die Menschen sind! Die Folterkammern des Mittelalters flößen ihnen Abscheu ein, auf ihre Arsenale aber sind sie stolz“, schrieb sie dort im Jahr 1889.

Ein Beitrag von Bärbel Danneberg

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