KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Sexismus ist die tragende Struktur des Patriarchats

(6.3.2016)

Sexismus ist keine Frage der „Kultur“, Nationalität oder der sozialen Herkunft, sondern tragende Struktur des Patriarchats weltweit! Der Aufruf der Organisator*nnen zur FrauenLesben-Demo am 8. März 2016, 17.00 Uhr, Treffpunkt Praterstern.

Die sexistischen Angriffe von Männern (-gruppen) auf Frauen – in Köln und anderen Orten – haben Frauen durch Anzeigen öffentlich gemacht. Wenn wir Frauen uns verteidigen, schreien oder wegrennen müssen, schauen die meisten einfach zu oder weg! Sexistische Gewalt an Frauen wird kaum hinterfragt.
Der sexistische Täter ist selten „der Unbekannte“, sondern – wie durch die jahrzehntelangen weltweiten Kämpfe der Frauenbewegungen sichtbar gemacht wurde – meist der „bekannte“ Vater, Bruder, Onkel, Lebensgefährte, Freund, Nachbar, Lehrer, Arzt, Arbeitskollege, „Chef“ und andere mehr.

Die Männergewalt an Frauen und Mädchen ist Bestandteil des strukturellen Sexismus wie auch: Bekleidungs- und Verhaltensvor­schriften für Frauen, Bildungs- und Berufsverbote, Zwangsehen, Genitalverstümme­lung, niedrige Frauenarbeits-Löhne, geschlechtshi­erarchischer Arbeitsteilung, Abtreibungsverbote u.a.m. Sexismus als Ideologie lehrt Frauen sich schuldig und schmutzig zu fühlen, „geduldig“ und stumm zu bleiben. Wenn wir sexistische Gewalt benennen, werden wir als lächerlich, gewalttätig oder prüde bezeichnet. Von klein auf wird uns erklärt, dass wir uns vor dem „Unbekannten“ und „Fremden“ fürchten und beim „eigenen Mann“ Schutz suchen sollen. Aber wir sind niemandes Besitz. Wir wollen nicht beschützt, betreut oder eingesperrt werden. Wir sind vor allem wütend! Wir fürchten weder das „Unbekannte“ noch das „Fremde“. Wir nehmen uns Raum und Bewegungsfreiheit und kämpfen für die Freiheit für Frauen! Gegen die sexistische Dominanzkultur gestalten wir kollektiv FrauenLesbenRäume, organisieren feministische Selbstverteidigung, FrauenLesbenDemos u.a.m. – als öffentliche Kraft für gelebte aktive Frauensolidarität.

Schluss mit Rassismus
Wir lassen uns nicht für rassistische Hetze benützen! Rassismus ist ein System von Spaltung, Entrechtung und Ausbeutung weltweit.
Die sexistischen Angriffe in Köln werden in den Medien und vom Staat für rassistische Politik gegen Flüchtlinge benutzt. Rechte Bürgerwehren, linksliberale Medien und MinisterInnen sprechen plötzlich von Frauenrechten und der Verteidigung „unserer Werte“. Von welchen Werten sprechen sie? – Dass in Europa ein Großteil der Frauen von ihrem Arbeitslohn nicht eigenständig leben kann? Dass muslimische Frauen mit Kopftuch auf der Straße bespuckt werden? Dass Schwarze Frauen als „exotisch“ und sexualisiert angegriffen oder kriminalisiert werden? Dass Lesben beschimpft oder verschwiegen werden? Dass Frauen allgemein in den Medien, in der Werbung bis zur Pornoindustrie als sexualisierte Objekte dargestellt und vermarktet werden? Dass Frauen alltäglich in Beziehungen misshandelt werden und jährlich fast jede Woche eine Frau von ihrem (Ex) Partner ermordet wird? Oder meinen sie die Vergewaltigun­gskultur, die wir alltäglich erleben müssen? Oder die Kultur der „gang bangs“, der inszenierten Gruppenvergewal­tigungen in den Großbordellen, und eine Kultur, die Frauen, die in der Sexindustrie arbeiten als „unanständige Frauen“ ausgrenzt und kriminalisiert? Sie nennen ihre Werte demokratisch. Was ist an Unterdrückung demokratisch? Wir finden diese sexistischen und rassistischen Verhältnisse im Namen der liberalen Gleichberechtigung unerträglich!

Die rassistische Hetze macht den geflüchteten Mann zum Feindbild und geflüchtete Frauen zu stummen Opfern einer so genannten „fremden Kultur“. Doch wir schweigen nicht! Menschen flüchten aufgrund von Krieg, Verfolgung und Armut. Fluchtgründe für Frauen aufgrund sexistischer Gewalt (Vergewaltigung, Zwangsverheiratung, Genitalverstümme­lung u.a.m.) werden (noch immer) nicht als selbstverständliche Asylgründe anerkannt. Frauen, die über Familiennachzug nach Österreich kommen, erhalten kein eigenständiges Aufenthaltsrecht. Sie werden mit rassistischen Gesetzen in die Abhängigkeit von einem (Ehe)Mann gezwungen. Frauen, die aus Frauenhandelsstruk­turen flüchten, erhalten kein selbstverständliches Aufenthaltsrecht. Ihnen droht die Abschiebung, wenn sie nicht bereit sind mit Polizei und Justiz zu kooperieren!

Wir kooperieren nicht! Wir brauchen aktive Solidarität! Die Regierungen der EU bauen Stacheldrahtzäune gegen flüchtende Menschen und errichten so genannte „hot spots“ als Selektions- und Sammellager. Die EU-Außengrenzen werden mit Frontex militärisch hochgerüstet, wodurch jährlich tausende Menschen u.a. im Mittelmeer sterben. Die österreichische Regierung spricht von Obergrenzen und will 50.000 geflüchtete und migrierte Menschen mit Militärtransportern abschieben. Wir sehen dies als einen Krieg gegen Menschen auf der Flucht! Wir machen da nicht mit und lassen uns nicht in dieses System integrieren! Rassistische Politik bewirkt eine Spaltung, Vereinzelung und soziale Verschärfung für alle. Durchbrechen wir die Grenzen und reißen die Zäune ein. Und stellen wir uns gegen die wachsende Faschisierung. Wir kämpfen für Bewegungsfreiheit und gleiche soziale und politische Grundrechte für Alle!

Weltweit kämpfen Frauen für ihre Rechte, gegen Krieg, Ausbeutung und Männerdominanz. Wir können viel voneinander lernen. Unsere gemeinsame Sehnsucht für die Freiheit aller Frauen weltweit verbindet uns.

Schluss mit Waffenproduktion und imperialen Kriegen
Krieg bedeutet Zerstörung, Hunger, Mord, Vergewaltigung, Verfolgung und Vertreibung – und Profite für die Rüstungsindustrie und Transnationalen Konzerne.

Die EU beteiligt sich aktiv an den Kriegseinsätzen in Osteuropa, im Mittleren Osten, Afrika, Asien und Südamerika. Wir sind aktuell Zeuginnen eines grausamen und militarisierten Wettbewerbs über die Verteilung von Rohstoffen und Märkten für ein kapitalistisches System, das einhergeht mit der Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung im Namen der „Sicherheit“. Öffentliche Gelder, die in die Rüstungsindustrie und in die Aufrüstung von Polizei, Militär und „Staatssicherheit“ fließen, sind Millionen Euros, die uns alle für soziale Infrastrukturen und das „Gemeinwohl“ fehlen. Die Waffen, die hier produziert werden, morden mit in aller Welt. Und Vergewaltigung, Pornografie und organisierte Prostitution sind strukturierende Grundlagen für Militarismus und Teil der Kriegsführung.

Aktuell wird – im Namen der europäischen Flüchtlingspolitik – u.a. die türkische Regierung finanziell und militärisch unterstützt, um Menschen aus Kriegsgebieten von Europa fernzuhalten. Diese türkische Regierung führt einen Krieg gegen die kurdische Zivilbevölkerung und ihre basisdemokratische Selbstverwaltung im kurdischen Frauen-Freiheits-Kampf. Durchbrechen wir die mediale Zustimmung zu Massakern, militärischer Belagerung und Vertreibung der Bevölkerung. Die kurdische Frauenbewegung in Nordkurdistan/ Türkei ruft nach internationaler Frauensolidarität. Eine Frauensolidarität, die Grenzen überschreitet und gemeinsam gegen Krieg und Männerdominanz kämpft. Die als solidarische Kraft Perspektiven eines freien und gemeinschaftlichen Lebens ernst nimmt und sich dem zunehmenden Militarismus und Nationalismus entgegenstellt.

Für eine solidarische Welt ohne Krieg, Rassismus und Sexismus. Für eine solidarische Ökonomie und kollektives, selbstverwaltetes Wirtschaften ohne Waffen, Profite, Ausbeutung, und Unterdrückung! Feministisches Frauenbündnis zum 8. März

Frauen – verbünden wir uns und gehen gemeinsam auf die Straße.
Feminismus ist eine revolutionäre Kraft, um die HERRschenden Bedingungen zu durchbrechen.
Es gibt auch einen FLIT-Block!

Anschließend:
FrauenLesben-Fest in der FZ-Bar, Währingerstr. 59/Eingang Prechtlgasse, 1090 Wien

Als Vorgeschmack könnt ihr hier ein Radio-Interview mit einer der Organisatorin­nen hören


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