KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Verteilungsfragen

Von Doris Schlager (24.2.2012)

Linke Ökonomen (ÖkonomInnen?) führen als eine Ursache der umfassenden Krise des Kapitalismus die sinkende Lohnquote an. Dies ist einerseits richtig. Wurden doch erst so die riesige Anhäufung von Vermögen in den Händen weniger möglich. Erst diese enormen Vermögen, die nach weiterer Vermehrung suchen, führten zu immer aberwitzigeren Spekulationen und Finanzprodukten. Kurz und gut: Die Reichen und Mächtigen wissen schon gar nicht mehr, wohin mit dem zu vielen Geld.

Andererseits, wenn die sinkende Lohnquote als eine wesentliche Ursache der Krisen beschrieben wird, führt dies oft dazu, dass höhere Lohnabschlüsse für die Lösung gehalten werden. Dies greift eindeutig zu kurz, berücksichtigt dieser Lösungsansatz doch nicht die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Weder wird dadurch die Ungleichheit der Löhne, noch die Ungleichheit der unbezahlt geleisteten Arbeit thematisiert. Die Lohnquote allein sagt nichts aus über die Verteilung der Lohnzahlungen sowie der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen den Geschlechtern.

Höhere Lohnabschlüsse beseitigen die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen nicht. Einstellungsstopps im öffentlichen Dienst treffen Frauen gleich doppelt. Ist doch der öffentliche Sektor derjenige, in dem die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern noch am geringsten ist. Außerdem sind durch den Einstellungsstopp viele Dienstleistungen im Bereich der Gesundheit, Bildung, Pflege und Erziehung gefährdet. Dies führt wiederum dazu, dass diese Arbeiten vermehrt unbezahlt im privaten Bereich geleistet werden müssen – mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder einmal auf dem Rücken der Frauen.

Linke Analysen müssen also nicht nur die Ungleichheit zwischen Arbeitenden und Besitzenden thematisieren, sie müssen gleichermaßen auch die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern berücksichtigen­. Denn:

Eine linke Partei ist feministisch oder sie ist nicht links.

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