KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

„Pelze raus aus den Regalen!“

Bild: Verein gegen Tierfabriken

Von Alexandra Benedik (31.3.2015)

Seit 1998 ist die Pelzproduktion in Österreich verboten. Trotzdem sieht man im Winter Pelz nicht nur am Opernball, sondern auch bei Fernsehübertra­gungen von Schirennen und an jungen Menschen, in Form von Pelzbommelhauben und Jackenverzierungen. Als neuesten Trend will man uns jetzt sogar bunt eingefärbte Pelzschuhe verkaufen. In einer IFES Befragung aus 2013 sprachen sich über zwei Drittel der Befragten für ein Pelzhandelsverbot aus und mehrmals pro Woche protestierten Aktivist*innen des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) österreichweit vor verschiedenen pelzführenden Geschäften.

Die Pelzsaison ist zu Ende und die Bestellungen für die nächste Wintersaison werden getätigt. Wir haben uns bei einigen Unternehmen umgesehen und nachgefragt.

Sportalm Kitzbühel bewirbt bereits die Kollektion für den Winter 15/16 mit einem Pelzprodukt und schreibt auf Facebook „Sportalm verwendet nur zertifizierte Felle und steht in Kontakt zu Tierschutzorga­nisationen, die sich regelmäßig unsere Produktion anschauen können.“

Überraschenderweise kann oder will Sportalm aber auf Nachfrage keine derartige Tierschutzorga­nisation namentlich nennen. Seit zwei Jahren verzichten sie auf den Einkauf von Nerzen und Füchsen, die „besonders schlecht gehalten werden“, und setzen Marderhunde und Kojoten ein. Außerdem kaufen sie nicht in „obskuren Ländern oder bei zwielichtigen Händlern“, sondern von der großen skandinavischen Organisation SAGA. Nun findet sich auf Youtube ein Film der Tierschutzorga­nisation Vier Pfoten, welcher die Zustände in Unternehmen dokumentiert, die für die Firma SAGA produzieren. Die Bilder zeigen, dass die Zustände dort um nichts besser sind als in anderen Pelztierfarmen. Reportage Saga Furs

Jones gibt an, in der nächsten Vorsaison „Fun Furs“ und keine Echtpelzjacken oder -mäntel zu ordern. Auch andere Firmen wurden angeschrieben und bezüglich Pelzprodukten in der nächsten Wintersaison befragt, aber bis heute haben weder Kleider Bauer, noch Pulloveria, Peek & Cloppenburg, Oberwalder oder Turek geantwortet.

Die artgerechte Pelztierhaltung wird man jedenfalls weiterhin vergeblich suchen. Pelz stammt aus Fallenfang oder aus industriellen Pelztierfarmen. Egal ob in der EU, China, Russland oder sonst wo, die Bedingungen für die Tiere sind weltweit gleich katastrophal.

Wildtiere werden mit Fangeisen gefangen, in denen sie oft tagelang mit schweren Verletzungen darauf warten, erschlagen oder erstickt zu werden. Die Fallen sind so gebaut, dass das Fell so wenig wie möglich beschädigt wird, die Tiere aber nicht entkommen können. Auch viele andere, zum Teil geschützte Tiere oder Heimtiere geraten in diese Fallen.

In Pelztierfarmen vegetieren Tiere in winzigen Käfigen mit Drahtgitterböden dahin. Getötet werden die Tiere durch CO2, Genickbruch oder Stromschlag. Diese Dokumentation der tschechischen Tierrechtsgruppe OBRAZ zeigt die aktuelle Situation im benachbarten Tschechien.

Nachdem in Österreich schon lange kein Pelz mehr produziert werden darf, wäre es ein logischer und längst fälliger Schritt, auch den Import und Handel von Pelzen, sowohl als Rohprodukt als auch in allen möglichen Verarbeitungen, wie Mäntel, Krägen, Bommel usw. zu verbieten. Hier sollte die EU eine fortschrittliche Regelung schaffen.

Alexandra Benedik ist Tierschutzspreche­rin der KPÖ.


Weitere Informationen
–> Vier Pfoten
–> Verein gegen Tierfabriken

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