KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Für eine Trendwende in der Klimapolitik wird weltweit beim "Peoples Climate March" demonstriert

Die „3. Piste“ der Fleischindustrie

Von: Alexandra Benedik (4.5.2017)

Am 29. April wurde in über 370 Städten für eine Trendwende in der Klimapolitik demonstriert. In Wien waren rund 2500 Menschen beim „Peoples Climate March“ unter dem Motto „Klima vor Profite“ auf der Straße und feierten auch die Absage an die 3. Piste am Flughafen Wien Schwechat. Eine noch größere Sensation wäre es, wenn man so eine „3. Piste“ in der Fleischindustrie verhindern könnte. Ob wir irgendwann einmal so weit sind, dass ein neuer Massentierhal­tungsstall mit dem Argument des Klimaschutzes nicht genehmigt wird?

Neben dem Verkehr belastet auch die landwirtschaftliche Tierhaltung massiv Umwelt und Klima. Die globale Fleischproduktion hat sich in den letzten 50 Jahren vervierfacht. Im Weltagrarbericht geht man, aufgrund der Entwicklungen in den Schwellenländern, von dem Anhalten dieses Trends aus. Dagegen gibt es in verschiedenen europäischen Ländern bereits Überlegungen wie man den Fleischkonsum reduzieren kann.
Nach Deutschland erwägt auch Schweden eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf tierische Produkte. Eine solche Maßnahme würde aber einkommensschwache Teile der Bevölkerung überproportional belasten und leider auch nichts an den Haltungsbedingungen der Nutztiere ändern. Sollte die Steuererhöhung tatsächlich zu einem Konsumrückgang führen, ist auch unklar wie die LandwirtInnen darauf reagieren. Es kann durchaus sein, dass diese versuchen würden ihren Umsatz konstant zu halten und womöglich Einsparungsmaßnah­men setzen, die dann auf Kosten des Tierschutzes gehen.
Auch der „Veggieday“, ein fleischloser Tag in Kantinen öffentlicher Einrichtungen ist umstritten und wird mitunter als Bevormundung empfunden. Eigentlich absurd, wenn man die Empfehlungen von Ernährungsbera­terInnen bedenkt. Einen Tag pro Woche fleischlos zu essen wäre nicht wirklich das große Opfer. Trotzdem wurde der „Veggieday“ teilweise zum Reizwort.
Besonders VeganerInnen fällt auf, dass es viele Speisekarten gibt, auf welchen kein einziges rein pflanzliches Hauptgericht steht. Eine Umfrage im Auftrag des Handelshauses Wedl hat jedoch ergeben, dass Restaurantbesuche­rInnen mehr fleischloses Angebot wünschen, 43 % bevorzugen vegetarische Kost und 17 % vegane. In veganen Foren wird jedes weitere Angebot bejubelt. Eine positive Entwicklung ist durchaus bemerkbar, auch wenn sie besonders im ländlichen Bereich noch etwas zäh vor sich geht.
Eine tolle Erfolgsmeldung gab es jetzt aus Portugal. Eine Petition der vegetarischen Gesellschaft wird umgesetzt und öffentliche Einrichtungen sind in Zukunft verpflichtet rein pflanzliche Speisen anzubieten. Das ist ein echter Meilenstein, dem hoffentlich auch andere Länder bald folgen werden.
Optimal wäre, wenn man auch die privaten Restaurants, eventuell mit verschiedenen Anreizsystemen, motivieren könnte, hier nachzuziehen. Wenn man es schafft, dass durch ein besseres Angebot und begleitende Bewusstseinsarbeit weniger Tierprodukte nachgefragt werden, würden auch Preiserhöhungen durch bessere Haltungsbedingungen und höhere Qualität der Produkte eher akzeptiert.

Es gibt viele Lösungsansätze. Sicher ist, dass sich etwas ändern muss, fürs Klima, für die Tiere und für unsere Gesundheit.

Alexandra Benedik ist Tierschutzspreche­rin der KPÖ

Wer sich einmal durchs vegane Angebot kosten will, hat am letzten Maiwochenende in Wien Gelegenheit dazu. Beim Museumsquartier findet von 24.-27. Mai die 20. Veganmani­a statt.


Zum Thema: Rede von KPÖ-Frauensprecherin Heidi Ambrosch bei der Demo „Klima vor Profite!“ (Climate March) in Wien am 29.4.2017 (facebook.com/wi­en.kpoe.at):


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