IT-Branche: Österreichweite Warnstreiks

Nach sechs ergebnislosen Verhandlungsrunden für den Kollektivvertrag 2026 für die IT-Branche reicht es den Beschäftigten. Dienstag und Mittwoch fanden österreichweit Warnstreiks statt. Es geht um die Gehälter von 90.000 Angestellten.

Ein Monatslohn weniger

Auch in der IT-Branche stoßen die Interessen der Beschäftigten auf immer enger gesetzte Grenzen. Das aktuelle Angebot der Unternehmer:innen liegt bei einer Erhöhung der Mindestgehälter von 2.5% und einer Erhöhung von 2% bei den Ist-Gehältern. Um dieses Angebot einordnen zu können: Gegenüber dem Jahr 2021 stiegen die Ist-Löhne im IT-Kollektivvertrag um 23,6%. Zum Vergleich, in derselben Zeit stiegen die Preise des täglichen Einkaufs im Mikro-Warenkorb um etwa 33%. Das ist ein Reallohnverlust von etwa einem Monatsgehalt. 

„Seitens der Arbeitgeber wurde bisher kein vertretbares Angebot zur Erhöhung der Gehälter vorgelegt“, deshalb würden am 3. und 4. März erstmals österreichweit Warnstreiks abgehalten, wie die GPA heute per Aussendung mitteilte. Die nächste Verhandlungsrunde wurde für den 10. März vereinbart. Die Beschäftigten sind nicht länger bereit, für die Profite ihrer Chefs kürzer zu treten. Ein in den Streiks aktives KPÖ-Mitglied freut sich: “Der österreichweite Streikaufruf und die starke Beteiligung sind historisch für die Kämpfe in der IT-Branche”. 

Besonders freche Firmen

Besonders niedrige Angebote vonseiten der Firmenbosse haben in der IT-Branche schon fast Tradition. Für den Kollektivvertrag 2024 gingen die Verhandler des Kapitals mit einer Erhöhung von 0% auf die Ist-Gehälter in die Gespräche. Die zehntausenden Beschäftigten im IT-Kollektivvertrag sollten damals gar keine Teuerungsabgeltung bekommen. Dabei arbeit ein großer Teil der Beschäftigten im IT-KV bei ausgelagerten Unternehmen von Banken und Versicherungen – den Rekordgewinnlern der letzten Jahre. 

Dennoch konnte die Gewerkschaften 2024 deutlich bessere Abschlüsse verhandeln. Das Fazit der letzten Jahre bleibt dennoch ernüchternd. Ein Reallohnverlust für den täglichen Einkauf von einem Monatsgehalt macht sich für alle an der Supermarkt-Kassa bemerkbar. Wir solidarisieren uns mit diesem Streik und wünschen alles Gute im Arbeitskampf.